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Wohlfühlen und Vertrauen fassen

Bei rund 75000 Frauen wird in Deutschland innerhalb eines Jahres die Diagnose Brustkrebs gestellt, das heißt, für rund jede achte Frau wird ihr bisheriges Leben komplett auf den Kopf gestellt, da die Belastungen sowohl körperlich wie auch psychisch enorm hoch sein können. Der Leiter des Brustzentrums Nahe am Krankenhaus St. Marienwörth, Dr. med. Gabor Heim, trägt mit seinem Team dafür Sorge, dass die Patientinnen sich sowohl medizinisch als auch menschlich gut aufgehoben fühlen.

Vor zehn Jahren wurde das Brustzentrum Nahe zertifiziert. Seither haben dort rund 1 100 Patientinnen Hilfe erfahren. Für die an Brustkrebs erkrankten Frauen soll es nun weitere Hilfen und Unterstützung im Krankenhaus St. Marienwörth geben. Im Zuge der Generalsanierung sind für die Station der gynäkologischen Abteilung bauliche Veränderungen geplant, die den Wohlfühlfaktor für die Patientinnen steigern und den Austausch mit Betroffenen fördern sollen, unterstützt. Geplant ist die Einrichtung eines Raumes, in dem in Wohlfühlatmosphäre Begegnungen und Gespräche in Privatsphäre möglich sind. Es soll ein Ort der Entspannung für die Patientinnen nach Operation oder Chemo werden, in dem sie sich auch mal fallen lassen und neue Kräfte tanken können, ohne sich gestört zu fühlen. Auch sollen in diesem wohnlich gestalteten Raum beispielsweise die Brustprothesen angepasst werden oder Meditationen stattfinden. Die Allgemeine Zeitung Bad Kreuznach sammelt in diesem Jahr Spenden für diesen Raum, in dem künftig ein Massagesessel und eine Musikanlage zur Verfügung stehen sollen.

Am häufigsten erkranken Frauen ab dem 45. Lebensjahr”, sagt Gabor Heim. „Betroffen von der Diagnose sind auch wesentlich jüngere Frauen. Präventiv würde es der Facharzt befürworten, wenn das Mammographie- Screening-Programm, auf das Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre einen Anspruch haben, schon im früheren Lebensalter von den Krankenkassen ins Programm aufgenommen würde. Ab spätestens 40 Jahren hält Heim die Ultraschalluntersuchung im Rahmen der Vorsorge für sehr sinnvoll. „Diese Untersuchung hat keine Strahlenbelastung“, betont er. Bei familiär gehäuftem Auftreten von Brustkrebs oder auch Eierstock- krebs sei zusätzlich eine genetische Beratung und gegebenenfalls eine intensivierte Vorsorge mit zusätzlichen MRT-Untersuchungen der Brust angezeigt. „In solchen Fällen beraten die betreuenden Frauenärzte und veranlassen die entsprechenden Maßnahmen. Auch Männer sollten bei Veränderungen des Brustgewebes wachsam sein, ein Prozent der Brustkrebsdiagnosen betreffen männliche Patienten”, erläutert Dr. Heim. Krebsvorsorge und Früherkennung seien sehr bedeutend. Heim betont, wie wichtig es ist, dass Frauen hier bewusst auf ihren Körper achten. Denn leider nutzten nur rund die Hälfte der Frauen das Screening-Angebot. „Die anderen 50 Prozent nehmen das Angebot nicht wahr. Wenn dann am Ende aber die Vernunft siegt, gibt es einen Strategiewechsel.“ Gabor Heim möchte gerne die Angst vor einem Screening nehmen: Das Gewebe soll auf dem Röntgenbild ja scharf dargestellt werden, also muss für die Aufnahmen das Gewebe komprimiert werden. Trotz Vorsorge kann es zu einer Verdachtsdiagnose kommen. „Schmerzen sind dabei eher untypisch. Achtsam sollte man beim Feststellen von Verhärtungen, Veränderungen von Brust und Brustwarze, oder beim Ertasten von Knoten in der Achselhöhle sein.“

Wird ein Verdacht auch bei einer Ultraschalluntersuchung verstärkt, erfolgt in einem nächsten Schritt die Entnahme einer Gewebeprobe. Nicht die Größe eines möglichen Tumors ist für das weitere Vorgehen entscheidend, vielmehr die Feststellung, welche biologischen Eigenschaften der Tumor hat und ob er schon gestreut hat. Dann wird weiter geprüft, ob Chemotherapie oder Operation die Maßnahme mit Priorität ist. Eine solche Entscheidung trifft der Leiter des Brustzentrums nicht alleine, ein interdisziplinäres Tumorboard hält dazu individuelle Fall-Konferenzen ab. Die gute Nachricht: In rund 80 Prozent der Fälle kann die Brust erhalten werden. In den anderen Fällen besteht die Möglichkeit, mit Eigengewebe zu rekonstruieren.

Ein großes Augenmerk richtet das Personal des Brustzentrums Nahe darauf, den Patienten und ihren Angehörigen vor allem Ängste zu nehmen. Mit dem Spendenprojekt geht die Idee einher, den Betroffenen zu verdeutlichen, dass sie nicht alleine sind und über alles reden können. Beim Arztgespräch, das erfährt Dr. Gabor Heim immer wieder, ist manche Frau zunächst oft nicht in der Lage, die Diagnose Mammakarzinom und die Konsequenzen zu verstehen. Möglich ist auch das Vorliegen einer genetischen Belastung. Dann stellt sich vielleicht auch die Frage, Brustdrüsen präventiv entfernen zu lassen. „Dazu und für jede andere Entscheidung braucht es mehrere Gespräche, auch von Frau zu Frau und mit weiteren Vertrauenspersonen“, hebt Gabor Heim hervor.

 

Dieser Beitrag und Foto entstand bei der „AZ-Leser helfen“ Aktion Ende 2020/Anfang 2021 von Isabella Mittler-Zumsteg. Bei der Aktion wurden Spenden gesammelt, die zur Einrichtung eines speziellen Raumes auf der neuen gynäkologischen Abteilung verwendet werden, in dem in Wohlfühlatmosphäre Begegnungen und Gespräche in Privatsphäre möglich sind.
 

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Brustzentrum Nahe
im Krankenhaus
St. Marienwörth

Mühlenstraße 39
55543 Bad Kreuznach

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